Ein Template aus dem Webflow- oder Framer-Marktplatz sieht auf den ersten Blick wie ein Schnäppchen aus: einmal zahlen, fertiges Design, in einer Stunde online. Was beim Kauf leicht untergeht: Das Template ist an die Plattform gebunden. Es läuft in Webflow oder in Framer, und die Seite braucht dort einen eigenen Tarif, solange sie online ist. Das Design kaufst du einmal, die Plattform zahlst du jeden Monat.
Dieser Artikel rechnet das durch und zeigt, welche Alternativen es gibt, wenn du ein fertiges Design willst, aber kein Abo.
Was du bei einem Plattform-Template kaufst
Ein Webflow-Template kostet laut einer Marktübersicht von Netguru meist zwischen 49 und 149 US-Dollar. Dafür bekommst du:
- ein fertig gestaltetes Projekt in der Plattform, das du kopierst und anpasst
- die Nutzung des Designs für eine Website, je nach Lizenz des Verkäufers
- Animationen und Interaktionen, die die Plattform mitbringt
Was du nicht bekommst, ist ein Design, das du frei hosten kannst. Und was oft fehlt, sind die Seiten, die eine deutsche Firmenwebsite braucht: Impressum, Datenschutzerklärung, eventuell eine Erklärung zur Barrierefreiheit. Bei Framer kommt hinzu, dass Templates laut Framer-Hilfe sofort nach dem Einreichen online gehen, ohne Prüfung und ohne Wartezeit. Barrierefreiheit wird in den Hinweisen für Template-Ersteller nicht erwähnt. Das heißt nicht, dass die Templates schlecht sind. Es heißt, dass du selbst prüfen musst.
Die laufenden Kosten
Die Plattform-Tarife laut den Preisseiten, jeweils bei jährlicher Zahlung und ohne Steuern:
| Plattform und Tarif | pro Monat | über drei Jahre |
|---|---|---|
| Webflow Basic | 15 US-Dollar | 540 US-Dollar |
| Webflow mit CMS | 25 US-Dollar | 900 US-Dollar |
| Framer Basic | 10 US-Dollar | 360 US-Dollar |
| Framer Pro | 30 US-Dollar | 1.080 US-Dollar |
Dazu kommt das Template. Die Drei-Jahres-Werte sind unsere Rechnung aus den Monatspreisen. Monatliche Zahlung ist bei beiden Anbietern teurer.
Diese Beträge sind nicht hoch, und für viele Betriebe sind sie es wert. Wichtig ist nur, sie vor dem Kauf zu kennen, denn sie laufen weiter, solange die Seite online ist.
Die Alternativen ohne Plattform-Abo
Ein WordPress-Theme
WordPress-Themes sind der Klassiker. Auf ThemeForest kostet eine Regular License typischerweise 39 bis 69 US-Dollar, mit sechs Monaten Support durch den Entwickler. Das Theme läuft auf jedem Hosting mit PHP und Datenbank, du bist also nicht an eine Plattform gebunden.
Der Preis dafür ist die Pflege. Ein Premium-Theme bringt oft eigene Plugins und einen Page Builder mit, die alle Updates brauchen. Laut dem Jahresbericht von Patchstack, einem Anbieter von Sicherheitsdiensten, stammt ein großer Teil der schweren WordPress-Lücken aus Premium-Komponenten, die über Marktplätze verkauft werden. Was du nach dem Kauf eines Themes tun solltest, steht im Ratgeber Theme gekauft, was nun?.
Ein HTML- oder Astro-Template
Ein Design als reines HTML oder als Astro-Projekt läuft auf jedem Webhosting, auch im kleinsten Tarif. Es gibt keine Plattform-Gebühr und keine Plugin-Updates. Dafür brauchst du für Textänderungen entweder ein Redaktionssystem oder jemanden, der im Code arbeitet, einen Entwickler oder einen KI-Agenten. Wann ein Redaktionssystem sinnvoll ist, beschreibt der Ratgeber Headless CMS für kleine Websites. Den Vergleich mit WordPress findest du im Artikel Astro oder WordPress.
Ein Design mit Einmal-Lizenz und Export
Kiekkist sitzt zwischen diesen Wegen. Jedes Design ist eine ganze Website mit allen Seiten, bei deutschen Designs mit Rechtstext-Vorlagen, dazu Telefonansicht, Prüfbericht zu Barrierefreiheit und Ladezeit und einem Übergabe-Paket. Es lässt sich nach Astro, als reines HTML oder als WordPress-Block-Theme exportieren. Die Lizenz ist einmalig, gilt für beliebig viele eigene Websites oder Kundenprojekte und enthält zwölf Monate Updates. Die aktuellen Preise stehen auf der Preisseite, die Bedingungen in der Lizenz.
Worauf du bei jedem Template achten solltest
Egal ob Plattform, WordPress oder HTML: Vor dem Kauf lohnt ein Blick auf ein paar Punkte, die in Produktbeschreibungen selten oben stehen.
Lizenz für Kundenprojekte. Darfst du das Design für mehrere Websites nutzen, auch für Kunden? Viele Lizenzen gelten für genau ein Endprodukt. Für Agenturen und Freelancer macht das schnell einen Unterschied.
Schriften und Dienste von Dritten. Lädt das Template Schriften, Karten oder Videos von fremden Servern? In Deutschland hat das Landgericht München I im Januar 2022 einem Website-Besucher 100 Euro Schadensersatz zugesprochen, weil seine IP-Adresse beim Laden von Google Fonts an Google ging (Az. 3 O 17493/20). Danach rollte eine Welle von Abmahnschreiben, die später selbst als rechtsmissbräuchlich eingestuft wurde. Sicher ist, was lokal ausgeliefert wird.
Alle Seiten, nicht nur die Startseite. Ein Template mit einer schönen Startseite und drei halbfertigen Unterseiten ist kein Website-Design. Sieh nach, ob Leistungen, Über uns, Kontakt, Impressum, Datenschutz und eine Fehlerseite dabei sind.
Telefonansicht. Öffne die Vorschau am Telefon und tippe dich durch. Menüs, Tabellen und Formulare zeigen dort, wie sorgfältig gebaut wurde.
Prüfbericht. Gibt es Angaben zu Barrierefreiheit und Ladezeit, und wurden sie gemessen oder nur behauptet?
Vergleich auf einen Blick
| Webflow- oder Framer-Template | WordPress-Theme | HTML- oder Astro-Design | |
|---|---|---|---|
| Laufende Plattform-Gebühr | ja, Site-Tarif | nein, nur Hosting | nein, nur Hosting |
| Hosting frei wählbar | nein | ja, mit PHP | ja, jedes Webhosting |
| Visueller Editor | ja | ja | mit CMS |
| Plugin-Updates | nein | ja | nein |
| Deutsche Rechtsseiten dabei | selten | selten | je nach Anbieter |
| Vor dem Verkauf geprüft | bei Framer nein | je nach Marktplatz | je nach Anbieter |
Wann Webflow oder Framer die richtige Wahl ist
Die Plattformen sind gut in dem, wofür sie gebaut sind. Sie passen, wenn
- ein Marketing-Team Seiten selbst visuell bauen und ändern will, ohne Entwickler,
- aufwendige Animationen und Interaktionen zentral für die Marke sind,
- Hosting, Editor, CMS und Formulare aus einer Hand kommen sollen und die Monatsgebühr dafür eingeplant ist.
Sie passen weniger, wenn die Seite über Jahre im Wesentlichen gleich bleibt, wenn du Hosting und Daten selbst steuern willst, oder wenn du als Agentur viele Kundenseiten betreibst und nicht für jede einen eigenen Tarif buchen willst.
Einschätzung von Till Heidrich: Ich habe mich durch Hunderte, wenn nicht Tausende Website-Designs und WordPress-Themes geklickt, bis ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen habe. Dann habe ich mir ein eigenes Werkzeug gebaut. Daraus ist Kiekkist entstanden.
So entscheidest du
Stell dir drei Fragen. Wer ändert die Inhalte, und wie oft? Wie lange soll die Seite ohne großen Umbau laufen? Und wer kümmert sich um Hosting und Updates? Wenn ein Team oft selbst ändern will, ist eine Plattform bequem. Wenn sich die Seite selten ändert und du unabhängig bleiben willst, ist ein Design ohne Plattform-Abo meistens die günstigere und ruhigere Lösung.
Fertige Designs ohne Abo findest du in der Galerie, einige davon kostenlos.